Dienstag, 14. Juni 2011

...

Ich bin gestürzt und habe mein Herz verloren.
Du hast es gefunden, doch gibst es mir nicht zurück.
Ständig trägst du es bei dir, völlig achtlos.
Immer weiter schlägt es, nur für Dich.
Du setzt Dich drauf, zerdrückst es, fällt es zu Boden, trittst Du es.
Fühlst Du denn sein Schlagen nicht?

Ich bin gefallen und habe meine Augen verloren.
Du hast sie gefunden, doch gibst sie mir nicht zurück.
Ständig liegen sie bei Dir, völlig unbeachtet.
Immer weiter blicken sie, nur Dich an.
Du ignorierst sie, vergisst sie, fallen sie zu Boden, lässt Du sie verstauben.
Fühlst Du denn ihren Blick nicht?

Ich bin gestorben und habe meine Seele verloren.
Du hast sie gefunden, doch gibst sie mir nicht zurück.
Ständig ist sie bei Dir, völlig verkümmert.
Immer weiter gehorcht sie, nur für Dich.
Du zerrst an ihrer Leine, würgst sie, fällt sie zu Boden, lässt Du sie liegen.
Fühlst Du denn überhaupt nichts?

Dienstag, 19. April 2011

Anna McPartlin - Was aus Liebe geschieht

Sie brachte ihn zur Tür. Sie wünschte ihm eine gute Nacht.
Sie schloss die Tür hinter ihm, ging in ihr Schlafzimmer, und als sie im bett lag, zog sie sich die Decke über den Kopf. Sie weinte nicht, denn sie hatte schon viel zu oft um ihn geweint.
Stattdessen lag sie einfach da, spürte, wie sich der Schmerz in ihrem herzen ausbreitete, und sagte sich immer wieder : Jetzt reicht's !

Dienstag, 27. April 2010

Cody McFadyen - Die Blutlinie

Ich könnte sagen, er küsst meinen Hals, und es dabei belassen, der Einfachheit halber. Doch das wäre eine Lüge, im grundlegendsten Sinn des Wortes. Es wäre ehrlicher zu sagen, dass ich mich mit jeder Faser meines Wesens, mit jedem letzten, brennenden Zentimeter meines Selbst danach sehne, von ihm auf den Hals geküsst zu werden, und als er es tut, sind seine Lippen die eines Engels, gesandt von Himmel, um meine fiebrigen Gebete zu erhören. [...]
Es war eine Zeit, in der es noch keine Verbindlichkeit und keine Dunkelheit gab. Nur Leidenschaft, scharfe Kanten und ein Licht, das so hell brannte, dass es die Seele schmerzte.

Er war der Eine für mich. Die meisten Leute, ich weiß, finden den Ihren nie. Sie lesen darüber, träumen davon oder spotten über die Vorstellung. Doch ich hatte den Meinen gefunden. Ich hatte ihn gefunden, als ich siebzehn war, un dich ließ ihn nie wieder gehen, nicht einmal an dem Tag, an dem er sterbend in meinen Armen lag, nicht einmal, als der Tod ihn mir entriss, während ich schrie und weinte, nicht einmal heute.

Ich strecke die Hand nach der Stelle aus, wo er eigentlich schlafen sollte, und ein Schmerz durchbohrt michso plötzlich und schneidend, dass ich bete, während ich erzittere, um den Tod bete, um ein Ende der Schmerzen. Natürlich atme ich weiter, und bald lässt der Schmerz wieder nach.

Manchmal, wenn sie den Mut aufbringen, fragen die Leute, wie es ist, jemanden zu verlieren, den man liebt. Ich antworte ihnen, dass es schwer ist, und belasse es dabei. Ich könnte zu ihnen sagen, dass es wie eine innerliche Kreuzigung ist. Ich könnte ihnen erzählen, dass ich in den Tagen danach fast ohne Unterbrechung geweint habe, [...]. Ich könnte ihnen berichten, dass ich diesen Traum habe, jede Nacht, und dass ich ihn erneut verliere, jeden Morgen.
Aber warum sollte ich ihnen den Tag verderben?

Ich fühle eine überwältigende Leere in mich hineinströmen, wenn ich daran denke. Sie ist riesig, dunkel und absolut empfindungslos. Es ist, als würde man in ein betäubendes Gelee sinken. Keine große Sache. Ich bin daran gewöhnt. So ist mein Leben heute eben.

Leben ist wie Rauch. Wir machen uns nur etwas vor, wenn wir glauben, dass es anders ist. Es genügt eine kräftige Böe, und wir schweben davon und lösen uns auf, und zurück bleibt nichts außer einem Hauch unserer Existenz in Form von Erinnerungen.

... oder ob ich nach Hause gehe, mir eine Pistole in den Mund stecke und mir das Gehirn wegblase.

Er hat mich zerschmettert, und jetzt hält er mein schlagendes Herz in Händen.

Der Gedanke gefällt mir so sehr, dass ich erschauere. Ich möchte eine Zigarette. Ich möchte die Sicherheit meines Schmerzes und meines Alleinseins. Ich will in Ruhe gelassen werden, damit ich weiter den Verstand verlieren kann ...

Donnerstag, 18. März 2010

BzEdN

Ich war allein mit meinem Hass und dem Schmerz, der unerträglich war, die reinste Folter. Als würde ich langsam über ein Bett aus Rasierklingen geschleift. Ein Schmerz, so unerträglich, dass man lächelnd in den Tod gehen würde, nur um ihn zu entkommen.

Dienstag, 9. Februar 2010

Tote Mädchen lügen nicht von Jay Asher

Wenn du jemanden lächerlich machst, dann bist du auch verantwortlich dafür, wie sich andere dieser Person gegenüber verhalten.

Damals erkannte ich zum ersten mal, welche Möglichkeiten in der Resingnation steckten. In gewisser Weiße erfüllte mich dieser Gedanke sogar mit Hoffnung.

"Die Kathedrale des Meeres"

Wir sind alleine, nur du und ich, ohne Vergangenheit, ohne Erinnerungen, ohne Schuld. Da ist nichts, was uns im Weg stehen könnte

Wenn du Liebe versprichst von Louise Douglas

Luca ist gestorben, aber er hat mich nicht verlassen.
Er ist im Blut, das durch meine Adern fließt,
er ist in jedem Gedanken, der mir in den Kopf kommt,
in jedem Schritt, den ich gehe,
in jeder Blume, die ich pflücke,
in jedem Vogel, jedem Blatt, jedem Regentropfen, jedem Stern, jedem Morgenrot und jedem Sonnenuntergang.
Er ist in jedem Atemzug und jedem Herzschlag.
Luca.
Die Liebe meines Lebens.

Sonntag, 17. Januar 2010

Franz Kafka

Liebste, nimm mich zu Dir, halte mich, laß Dich nicht beirren, die Tage werfen mich hin und her, bringe Dir zu Bewußtsein, daß du niemals reine Freude von mir haben wirst, reines Leid dagegen soviel man nur wünschen kann, und trotzdem - schick mich nicht fort. Mich verbindet nicht nur Liebe mit Dir, Liebe wäre wenig, Liebe fängt an, Liebe kommt, vergeht und kommt wieder, aber diese Notwendigkeit, mit der ich ganz und gar in Dein Wesen eingehakt bin, die bleibt.

Auch ist es vielleicht nicht eigentlich Liebe wenn ich sage, daß Du mir das Liebste bist; Liebe ist, daß Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.

Blaise Pascal

Wir sehnen uns nach der Wahrheit und finden in uns nur Ungewissheit. Wir streben nach dem Glück und finden nur Elend und Tod. Wir sind unfähig, uns nicht nach Wahrheit und Glück zu sehnen, und wir sind der Gewissheit wie des Glücks unfähig. Dieses Verlangen ist uns erhalten geblieben, um uns empfinden zu lassen, von welchem Ort wir herabgesunken sind.

Peter Altenberg über Sehnsucht

Der Atem einer Frau muss dich seelisch beglücken können, der Duft ihrer Bluse und jedes Kleidungsstückes überhaupt. Alles an ihr muss märchenhaft wirken, wirklich etwas Zauberhaftes. In einem Meer von Sehnsucht musst du zu ertrinken wähnen, Tag und Nacht. Die Sehnsucht muss dich krank machen, noch kranker und noch kranker; und dann fast irrsinnig. Dann, dann erst öffne die Schleusen, erlöse und begatte dich! Dann erst! Vor den schrecklichen Toren des Irrsinns musst du stehen können und warten! Früher hast du kein Anrecht auf Seligkeit!

Samstag, 28. November 2009

Tanja Heitmann - Morgenrot

'Am meisten berührte es sie, wenn er ihr dieses spezielle Lächeln schenkte: Eine Andeutung in den Mundwinkeln, die seine Augen zum Funkeln brachte wie ein prächtiges Feuerwerk. Dass sie der Grund für dieses Lächeln sein sollte, konnte sie kaum glauben.'

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Teach me

Hoffentlich sieht er mich.
Ich betrachte seinen Mund, während er redet, kaut, lächelt - so schön.
Jetzt ist es auf eine Art auch mein Mund. Jetzt sind es meine Lippen, meine Zähne, meine Zunge.
Wie kann er sie benutzen, ohne auch ein Stück von mir zu berühren?
Heute, im Tageslicht besehen, weiß ich gar nicht mehr, ob ich mir meiner neuen Wirklichkeit sicher sein kann.
Der Raum zwischen uns, die Leere, könnte ein Beweis dafür sein, dass der gestrige Abend ein Traum war.

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